Aufsuchende Familientherapie
In der Familientherapie gehen wir davon aus, dass nicht der Einzelne ein Problem hat, sondern das System, in dem der "Symptomträger" lebt, also das Paar, die Familie oder sogar ein noch größeres soziales System. In der Therapie steht also nicht der Einzelne im Vordergrund, sondern das gesamte System, seine Beziehungen und vielfältigen Wechselwirkungen. Wesentliches Element dieser Form der Therapie sind die Beziehungs- und Kommunikationsmuster.
Seit einigen Jahren arbeite ich mit Kolleginnen und Kollegen in einem Netzwerk zusammen, in dem wir eine besondere Form der Familientherapie anbieten: Wir kommen zu den Familien nach Hause, anstatt von ihnen zu erwarten, dass sie eine Beratungsstelle aufsuchen.
Das Beraterteam für jede Familie besteht immer aus einer Frau und einem Mann. Aufgrund der unterschiedlichen Ausbildungen gibt es eine sehr bereichernde Methodenvielfalt, die der Familie zu Gute kommt.
Hier einige Methoden, die in der Familientherapie Anwendung finden können:
Familienskulptur
Die Familienmitglieder werden von einem
Familienmitglied räumlich so zueinander gestellt, wie es dem augenblicklichen
Empfinden und seinem inneren Bild der Realität von Empfindungen und Beziehungen
in der Familie entspricht. Oft wird dann in einem zweiten Bild die Familie so
aufgestellt, wie sie sein könnte.
Familienbrett
Ähnlich wie bei der Skulptur wird die Familie von
einem Familienmitglied aufgestellt. Hier werden aber kleine Holzpuppen
verwendet.
Genogramm
Die Erstellung eines Familienstammbaumes mit ergänzenden
Informationen, wie Scheidungen, Sterbefälle, Behinderungen, Krankheiten etc.
Rollenspiele
Es werden verschiedene Situationen von der Familie
oder den Therapeuten nachgestellt oder neue Situationen eingeübt.
Therapeutische Verordnung (Hausaufgaben)
Die Familie wird bis zum
nächsten Termin gebeten, ein neues Verhalten auszuprobieren.
Systemisches Familienstellen
Hier werden Stellvertreter für ein
System und den der arbeitet gewählt. Die Stellvertreter werden, ähnlich wie bei
der Skulptur, räumlich zu einander gestellt. Sie bekommen dann die Möglichkeit
sich über ihre emotionale Befindlichkeit zu äußern. Durch Umstellen oder Sätze
wird versucht eine Verbesserung zu erreichen. Am Ende der Aufstellung geht der
der selber aufgestellt hat in der Regel selber an seinen Platz.
